Was und wie
Die Ausrichtung unserer bäuerlichen Aktivitäten und die konkrete landwirtschaftliche Praxis ergeben sich aus der Kombination der besondern lokalen Umweltbedingungen mit Erkenntnissen und Methoden der biologischen/ökologischen Landwirtschaft und der lokalen bäuerlichen Tradition mit ihrem reichen Erfahrungswissen.

Acker- und Gartenbau betreiben wir auf 10-15 100 bis 400m2 großen Feldstücken, die in Familienbesitz sind und insgesamt eine Fläche von knapp 3000m2 ergeben. Die „Felder“ liegen verstreut, wo es die Geländemorphologie erlaubt, rund um das Bergdorf Dordolla und sind oft nur über schmale Fußwege erreichbar. Als einziges Bodenbearbeitungsgerät eignet sich unter diesen Bedingungen neben dem Spaten oder der Grabgabel die Motorhacke. Auf den Flächen werden in Fruchtfolge Kartoffeln/Mais/Gemüse, Bohnen und Gründüngung angebaut, während Roggen als Winterbegrünung dient. Die Düngung erfolgt mit verrottetem Schafmist und durch Leguminosen-Gründüngung. Feingemüse und Tomaten wachsen im Hausgarten und ab 2013 in einem kleinen Folientunnel. Die Wahl der Haupt-Kulturarten Kartoffeln, Mais und Bohnen und die Verwendung von eigenem Saatgut setzen die lokale bäuerliche Tradition fort.

Für die Schafhaltung nutzen wir die in Resten vorhandenen steilen Bergwiesen rund um Dordolla. Die Flächen, welche sich meist aus Grundstücken von verschiedenen Besitzern ergeben, werden wo möglich abwechselnd durch gemäht (Heu) und beweidet. Unsere Herde besteht aus ca. 15 Krainer Steinschafen und, vom Frühling bis zum Herbst, deren Nachwuchs. Das kleinrahmige Krainer Steinschaf, eine aus dem oberen Soča-Tal stammende, seltene Rasse, welche im Gebiet um die Julischen Alpen verbreitet war, eignet sich unter den lokalen Bedingungen besonders gut, um Gras in köstliches Lammfleisch zu verwandeln. Das Fleisch der Altschafe wird zu schmackhafter Salami verarbeitet. Die nahrhafte Milch unserer Schafe überlassen wir aus arbeitstechnischen Gründen den Lämmern, die ihr ganzes Leben im natürlichen Familienverband mit den Müttern auf der Weide verbringen dürfen.

Die Bienen spielen wegen ihrer Bestäubungsleistung eine zentrale Rolle in jedem landwirtschaftlich genutzten Ökosystem. Nachdem es in Dordolla keinen Imker mehr gab, war es für uns logisch mit der Bienenhaltung zu beginnen. Nicht zuletzt gehört der eigene Honig von etwa 5 Bienenvölkern zu unserem Täglichbrot und versüßt den Gästen ihren Aufenthalt.

Unsere obstbaulichen Aktivitäten halten sich bisher eher in Grenzen und beschränken sich auf die extensive Nutzung einiger Zwetschgenbäume sowie teilweise sehr alter Birn-, Apfel- und Nussbäume. Erste Versuche zur Erhaltung/Vermehrung alter, lokaler Birnen- und Apfelsorten sollen in Zukunft ausgeweitet werden.

Die Forstwirtschaft beschränkt sich aufgrund der schwierigen Geländebedingungen und der geringen Erschließung bisher auf die Brennholznutzung für den Eigenbedarf (Heizung, Warmwasser), obwohl insgesamt ca. 24 Hektar Laub-Mischwald in Familienbesitz stehen. Mit der Nutzung verfolgen wir auch das Ziel den Baumbestand zu verbessern und die auf verwaldeten ehemaligen Wiesen dominierende Haselnuss zu verdrängen.

Wo in den letzten 30-50 Jahren verwaldete Flächen an bestehende Wiesenstücke angrenzen, führen wir teilweise Rodungen durch.