Umgebung


Schauplatz unseres Schaffens ist Val Aupa, das Tal der Aupa, versteckt “Tra monti e mondi diversi”, zwischen unterschiedlichen Bergen und Welten:
  • zwischen Monticello, Creta Grauzaria, Flop, Ciaf dall’Omp, Forciadice, Vualt und Masereit
  • zwischen Karnischen und Julischen Alpen,
  • zwischen romanischem, slawischem und germanischem Kultur- und Sprachraum,
  • zwischen wilder Natur und alter Kulturlandschaft,
  • zwischen Aufgabe und frischen Spuren bäuerlichen/menschlichen Lebens,
versteckt vor den Phänomenen der Entwicklung wirtschaftlicher Gunstlagen und des alpinen Massentourismus.

Innerhalb des Tals verdichten sich unsere Aktivitäten rund um das Bergdorf Dordolla mit den darüber gelegenen Weilern Virgulins und Drentus. In Drentus, von Dordolla in ca. 20min zu Fuß erreichbar oder von Moggio Udinese in ca. 15min mit dem Auto, steht unser Wohnhaus, in dem wir auch Gäste beherbergen.

Dordolla ist mit ca. 40 EinwohnerInnen, Kirche, Friedhof, seit 2012 wieder nutzbarem Kulturhaus und Osteria mit Mini-Laden die größte und lebhafteste Ortschaft im Aupa-Tal, das zur Gänze auf dem Gebiet der Gemeinde Moggio Udinese liegt. Manchen Einheimischen zum Leid, den meisten BesucherInnen zur Freud, lässt sich Dordollas Labyrinth aus steilen verwinkelten Gässchen und Hausdurchgängen nur zu Fuß entdecken. Diesem Umstand verdankt das Dorf jedenfalls, dass es in seiner ursprünglichen Struktur erhalten geblieben ist und nicht mit Problemen der Übervölkerung zu kämpfen hat.

Die Gemeinde Moggio Udinese (1800 Einwohner, davon knapp 200 im Aupa-Tal) mit dem gleichnamigen Gemeinde-Hauptort an der Mündung der Aupa in die Fella, gehört zur Provinz (entspricht Bezirk/Kreis) Udine, welche Teil der italienischen Region (entspricht Bundesland) Friaul Julisch Venetien ist. Diese Region grenzt im Norden an Österreich (Kärnten), im Osten an Slowenien, im Westen an die italienische Region Venetien und wird im Süden durch die Adria begrenzt. Triest und Udine sind Sitz der Landesregierung.

Das Tal der Aupa ist ein in Nord-Südrichtung verlaufendes Seitental der Fella, tief eingeschnitten in den Dolomit, welcher geographisch den südöstlichen Karnischen Alpen zugeordnet wird auch wenn er geologisch eher den Julischen Alpen ähnelt. Die Fella hat mit dem Kanaltal ab Tarvis und seiner Fortsetzung, dem Canal del Ferro (zwischen Pontebba und der Mündung in den Tagliamento), eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen zwischen Zentral- und Südeuropa in die südlichen Kalkalpen geschürft. Der kanalisierende Effekt der ursprünglichen Landschaft hat wohl dazu geführt, dass kaum jemand hier verweilt, geschweige denn abzweigt, in die versteckten Seitentäler: Neben Val Aupa hadern auch Val Resia, Val Raccolana, Val Dogna, mit wirtschaftlicher Bedeutungslosigkeit und Bevölkerungsrückgang. Abgesehen von den Gemeindehauptorten (meist an der Mündung zwischen Haupt- u Seitentälern), wo teilweise noch kleinere Industrie- od. Gewerbetriebe existieren, sank die Einwohnerzahl in den peripher gelegenen Dörfern (wie Dordolla) im letzten Jahrhundert oft um bis zu 90 Prozent. Ganz verlassene Ortschaften sind keine Seltenheit. Dabei war das Gebiet bis vor etwa 100 Jahren, als Konsequenz Jahrhunderte langer Realteilung in der Erbfolge, noch wesentlich dichter besiedelt als vergleichbare Regionen in Österreich.

Was vielen Menschen inzwischen als Lebensraum zu unbequem geworden ist, bildet dank geographischer Lage und landschaftlicher Vielfalt ein Refugium für mitteleuropäische und alpine ebenso wie mediterrane und balkanische Tiere und Pflanzen. Zum Schutz der hohen Biodiversität wurden der Naturpark Julische Voralpen und das Naturschutzgebiet Val Alba (unbewohntes Parallel-Tal im Osten von Val Aupa) eingerichtet. Die Geomorphologie des Gebietes prägen schroffe, spektakulär geformte Bergmassive aus Kalkgestein, vom glasklar-türkisen Wasser tief eingeschnittene Täler und Schluchten, steile Abhänge, Geröllhalden und enge Talsohlen, die oft fast zur Gänze von steinigen Flussbetten ausgefüllt werden. Hohe Jahresniederschlagsmengen (im Mittel 1800mm) können aus Rinnsalen reißende Bäche werden lassen und sind gleichzeitig die Vorraussetzung für die Vegetation, auf den durchlässigen Kalkrohböden zu gedeihen.

Das heute wild und unnutzbar wirkende Gebiet war bei hoher Bevölkerungsdichte und unter anderen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nahezu flächendeckend land- bzw. forstwirtschaftlich genutzt, aufgrund der winzigen Besitzstrukturen allerdings hauptsächlich zur Selbstversorgung. Heute spielt die Forstwirtschaft eine geringe, die Landwirtschaft praktisch gar keine Rolle.

Von der ehemals offenen, mühevoll geschaffenen Gebirgskulturlandschaft sind nur noch kleine, oft versteckte Reste erhalten. Beim näheren Hinsehen ergeben sie allerdings gemeinsam mit der wilden Naturlandschaft ein malerisches Mosaik, welches dort zur Augenweide wird, wo das Land tatsächlich noch genutzt und gepflegt wird (wie rund um Dordolla). Ein großteils noch vorhandenes dichtes Netz an alten Fußsteigen spiegelt die ursprüngliche Nutzung wider und ermöglicht, versteckte Kleinode wandernd zu entdecken. 

Mangel an touristischer Infrastruktur und der Umstand, dass sich die besonderen Schätze dieses Gebiets erst abseits der von Autos befahrbaren Durchfahrtsstraßen offenbaren hat bisher eine nennenswerte touristische Entwicklung verhindert, abgesehen von Tagestourismus durch Bergsteiger, Wanderer und Durchreisende.